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 Juli 2024

Der 100-jährige Kalender

In den Jahren 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer tagtäglich das Wetter. Keine astronomische, klimatische oder atmosphärische Erscheinung entging ihm. Irgendwann erkannte der Abt, dass er sein Wissen vielen Menschen zugänglich machen musste.

Knauer nannte seine Schrift "Galendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum". Er glaubte, dass sieben Beobachtungsjahre für eine dauerhafte Wettervorhersage ausreichten, da sich nach seinen astrometeorologischen Ansichten die Witterungsabläufe entsprechend der "Planetenfolge"  Saturn (2000/01), Jupiter (2001/02), Mars (2002/03) , Sonne (2003/04) , Venus (2004/05), Merkur (2005/06), Mond (2006/07), wiederholten. Bei Mauritius Knauers Niederschrift beginnt ein Jahr am  21. März und endet am 20. März des folgenden Jahres. 

Natürlich ist das Wetter nicht so leicht vorher zu sagen!

Macht man sich die kleine aber unterhaltsame Mühe den tatsächlichen Wetterverlauf mit der "immergültigen" Vorhersage des 100-jährigen Kalenders zu vergleichen, wird  man schnell den recht geringen Wahrheitsgehalt der Schrift erkennen.  

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für das Jahr 2024 

Das Jahr insgesamt
ist durch und durch mehr trocken als feucht und gemäßigt warm.

Der Frühling ist anfangs recht unterschiedlich und bringt viel Wechsel, ist aber gut in der Wärme. Der Mai, der schön und trocken sich gibt, bringt aber noch späten Frost.

Der Sommer ist ganz unterschiedlich und nicht immer wohl temperiert, denn neben großer Dürre kann es auch mal kleinen Reif geben. Im August ist es weiter hitzig, die Nächte Jedoch kühlen sehr ab und kann es zu heftigem Wetter kommen.

Der Herbst bringt angenehmes gleiches Wetter, schön und wenig Regen am Tag. Nächtens aber früher Reif.

Der Winter bringt keine große Kälte und nicht viel Schnee, erst das Ende des Februar und bis in den März kommt dann große Kälte.

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für den Juli 2024

1. bis 8. wenig Sonne, abgekühlt, oft kalte Nächte. - 9. bis 11. jetzt heißes Wetter, wenig Regen. - 12. bis Ende das Wasser des Regens fehlt, trotz abgekühlter Nächte viel Dürre.

Sprüche zum Monat Juli

Im Juli will der Bauer lieber schwitzen
als hinter dem Ofen sitzen.
 
Fängt Juli mit Tröpfeln an,
wird mann lange Regen han.
 
Macht der Juli uns heiß,
bringt der Winter viel Eis.
 
Wenn´s im Juli nicht donnert und blitzt,
wenn im Juni der Schnitter nicht schwitzt,
der Juli dem Bauern nichts nützt.
 
Ist´s im Juli recht helle und warm,
frierts um Weihnachten reich und arm.
 
Wie´s die sieben Brüder (10.) treiben,
soll es sieben Wochen bleiben.
 
Ist Aposteleilung (15.) schön,
so kann das Wetter der sieben Brüder gehn.
 
Wenn es an Margret (20.)  regnet,
regnet es noch vierzehn Tage.
 
Wenn Jakobi (25.) klar und rein,
wird das Christfest frostig sein.
 
Ist St. Anna (26.7.) erst vorbei,
kommt der Morgen kühl herbei.
 
Hundstage (23. Juli bis 23. August) heiß-
Winter lang weiß.
 
Wie es Sieben Brüder (27.7.) treiben,
so soll es sieben Wochen bleiben.
 
Der Hundsstern aufgeht mit trüben Glanz,
bringt allzeit gern Pestilanz.
Zeigt er sich aber hell und klar,
so ist Hoffnung auf ein gutes Jahr.
 verworfene Tage Juli 19., 22. und 28.
 
 
Was sind verworfene Tage?

Die verworfenen oder Schwendtage stammen aus der Römerzeit und gelten bis heute als äußerst ungünstig für alle Arten von Unternehmungen. An solchen Tagen sollte man weder auf Reisen gehen noch etwas Neues beginnen ( bis heute spricht man davon eine "Idee zu verwerfen"! ), völlig gleichgültig, ob es sich dabei um eine Arbeit auf dem Hof, im Haus oder auf dem Feld handelt. Es wurde sogar von Arztbesuchen, wenn nicht unbedingt erforderlich, abgeraten. Einen Aderlass beim Dorfbader an einem Schwendtag durchführen zu lassen, kam fast, auch wenn diese Unglückstage heidnischen Ursprungs sind, einer Gotteslästerung gleich.
Ihren unglückseligen Namen verdanken die verworfenen Tage einem traurigen Ereignis im bäuerlichen Viehstall:
Unter Verwerfen verstand man nämlich damals wie heute das vorzeitige Ausstoßen der nicht lebensfähigen Leibesfrucht bei Haustieren, sprich: eine Fehlgeburt bei Kuh, Schaf oder Schwein. Diese wurde meist ausgelöst durch Infektionen, Seuchen oder Vergiftungen und war oft Ausgangspunkt für große Verluste unter dem Viehbestand. Ein Umstand, der für den Bauern existenzbedrohend sein konnte. Kein Wunder also, dass selbst die alten Römer, die die verworfenen Tage "dies atri" nannten, hier lieber keinen Finger rührten.