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August 2021

Der 100-jährige Kalender

In den Jahren 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer tagtäglich das Wetter. Keine astronomische, klimatische oder atmosphärische Erscheinung entging ihm. Irgendwann erkannte der Abt, dass er sein Wissen vielen Menschen zugänglich machen musste.

Knauer nannte seine Schrift "Galendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum". Er glaubte, dass sieben Beobachtungsjahre für eine dauerhafte Wettervorhersage ausreichten, da sich nach seinen astrometeorologischen Ansichten die Witterungsabläufe entsprechend der "Planetenfolge"  Saturn (2000/01), Jupiter (2001/02), Mars (2002/03) , Sonne (2003/04) , Venus (2004/05), Merkur (2005/06), Mond (2006/07), wiederholten. Bei Mauritius Knauers Niederschrift beginnt ein Jahr am  21. März und endet am 20. März des folgenden Jahres. 

Natürlich ist das Wetter nicht so leicht vorher zu sagen!

Macht man sich die kleine aber unterhaltsame Mühe den tatsächlichen Wetterverlauf mit der "immergültigen" Vorhersage des 100-jährigen Kalenders zu vergleichen, wird  man schnell den recht geringen Wahrheitsgehalt der Schrift erkennen.  

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für das Jahr 2021  

Das Jahr insgesamt: Es wird sich einkaltes und feuchtes Jahr zeigen. Sonderlich der August und der Herbst sind regnerisch.

Der Frühling: Nach kaltem Winter und schneereichem Februar folgt eine linde Zeit mit schönen warmen Tagen. Dann wieder kalte Wochen bis fast Ende Mai. Gras und Blumen kommen spät.

Der Sommer ist verhältnismäßig kalt und im August stetiges Regenwetter und dadurch wenig fruchtbar. Der Heumond bringt schöne Tage, so dass bei Einbringen der Frucht jeder schöne Tag zu nutzen ist.

Der Herbst: Nach feuchtem und kaltem Anfang gefriert es zeitig, doch folgt später wieder Regenwetter. Ab Mitte Oktober große Kälte, dagegen im November ziemlich warm und gut.

Der Winter: Anfangs Regen, dann kalt ab Dezember und viel Schnee. Das kalte und schneereiche Wetter hält an, so dass gut für Futter vorgesorgt werden muss.

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für den August 2021

1. trüb und noch etwas regnerisch. - 2. bis 4. herrlich schön, nachts kühl. - 5. Gewitter. 6. ziemlich schön. - 7. bis 13. regnerisch. - 14. bis 16. schön. - 17. Gewitter und Sturm. - 18. bis zum Monatsende dauernd Regenwetter.

 Sprüche zum Monat August

Fängt der August mit Hitze an,
bleibt sehr lange die Schlittschuhbahn.
 
Hitze an St. Dominikus (4.),
ein strenger Winter folgen muß.
 
Laurenz (10.) muß heiß sein,
soll der Wein gut sein.
 
Hundstage hell und klar,
zeigen an ein gutes Jahr.
 
Was der August nicht kocht,
bratet der September nie.
 
Schön Wetter zu Mariä Himmelfahrt(15.),
verkündet Wein von bester Art.
 
Bartholomäi (24.8.) voll Sonnenglut,
macht Wein und Reben stark und gut.
 
Bleiben die Störche noch nach Bartholomäi,
so kommt ein Winter, der tut weh.
 
Bringt der August viel Gewitter,
wird der Winter kalt und bitter.

 verworfene Tage August 1., 17., 21., 22. und 29.

     Was sind verworfene Tage?

Die verworfenen oder Schwendtage stammen aus der Römerzeit und gelten bis heute als äußerst ungünstig für alle Arten von Unternehmungen. An solchen Tagen sollte man weder auf Reisen gehen noch etwas Neues beginnen ( bis heute spricht man davon eine "Idee zu verwerfen"! ), völlig gleichgültig, ob es sich dabei um eine Arbeit auf dem Hof, im Haus oder auf dem Feld handelt. Es wurde sogar von Arztbesuchen, wenn nicht unbedingt erforderlich, abgeraten. Einen Aderlass beim Dorfbader an einem Schwendtag durchführen zu lassen, kam fast, auch wenn diese Unglückstage heidnischen Ursprungs sind, einer Gotteslästerung gleich.
Ihren unglückseligen Namen verdanken die verworfenen Tage einem traurigen Ereignis im bäuerlichen Viehstall:
Unter Verwerfen verstand man nämlich damals wie heute das vorzeitige Ausstoßen der nicht lebensfähigen Leibesfrucht bei Haustieren, sprich: eine Fehlgeburt bei Kuh, Schaf oder Schwein. Diese wurde meist ausgelöst durch Infektionen, Seuchen oder Vergiftungen und war oft Ausgangspunkt für große Verluste unter dem Viehbestand. Ein Umstand, der für den Bauern existenzbedrohend sein konnte. Kein Wunder also, dass selbst die alten Römer, die die verworfenen Tage "dies atri" nannten, hier lieber keinen Finger rührten.