Wetterstation Großerkmannsdorf   Bauernregeln
Home ] Wetter ] Statistik ] Technik ] Links ] [ Bauernregeln ] Impressum ]

September 2019

Der 100-jährige Kalender

In den Jahren 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer tagtäglich das Wetter. Keine astronomische, klimatische oder atmosphärische Erscheinung entging ihm. Irgendwann erkannte der Abt, dass er sein Wissen vielen Menschen zugänglich machen musste.

Knauer nannte seine Schrift "Galendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum". Er glaubte, dass sieben Beobachtungsjahre für eine dauerhafte Wettervorhersage ausreichten, da sich nach seinen astrometeorologischen Ansichten die Witterungsabläufe entsprechend der "Planetenfolge"  Saturn (2000/01), Jupiter (2001/02), Mars (2002/03) , Sonne (2003/04) , Venus (2004/05), Merkur (2005/06), Mond (2006/07), wiederholten. Bei Mauritius Knauers Niederschrift beginnt ein Jahr am  21. März und endet am 20. März des folgenden Jahres. 

Natürlich ist das Wetter nicht so leicht vorher zu sagen!

Macht man sich die kleine aber unterhaltsame Mühe den tatsächlichen Wetterverlauf mit der "immergültigen" Vorhersage des 100-jährigen Kalenders zu vergleichen, wird  man schnell den recht geringen Wahrheitsgehalt der Schrift erkennen.  

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für das Jahr 2019  

 
Das Jahr insgesamt ist im Ganzen gesehen mehr trocken als feucht, auch mehr kalt als warm und selten recht fruchtbar.
  
Der Frühling
Schon das Märzende ist warm, die Wiesen fangen an zu grünen. Der April, anfangs bis gegen den 24. mal trocken und ungeschlacht, wird danach noch schön lieblich und warm. Der Mai, der anfangs etliche rauhe Tage hat, bekommt dann auch schöne und warme Zeit. Aber im Ganzen ist der Frühling rauh und mild, so dass der Wein und der Winterbau in grober Gefahr steht und in der Blüte leicht erfrieren kann. Auch die Gartenfrüchte haben kein leichtes Fortkommen.
 
Der Sommer
Im Sommer hat es ziemlich viel Regen, doch die Erde wird davon nicht erquickt werden. Zwischen dem Regenwetter gibt es immer mal schöne Tage, so dass Heu und Getreide wohl hereingebracht werden kann, doch muss man sich eilen und keinen schönen Tag versäumen
 
Der Herbst
Bis zur ersten Hälfte des Oktobers gibt es viel Regen und frühen Reif und Frost. Erst dann fällt endlich das schöne Wetter ein, und sollte dies währen bis zum Anfang des Advent, wenn Sich auch bisweilen kleinere Reglein einmischen, so braucht man sich mit der Weinlese und mit der Herbstsaat nicht sonderlich beeilen
 
Der Winter
Nach dem schönen und langen Herbst kommt dann der Schnee und wintert es schon ein wenig ein. Zuerst schneit es auf den nassen Straßen, doch gefriert es dann zu - mit großer Kälte und mit Schnee, was das anhält bis in den Februar.
 

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für den September 2019

1. und 2. dauert das schöne Wetter fort. - 3. und 4. starker Regen. - 5, bis 8. fein schön Wetter. – 9.  groß Donner und Ungewitter. - 10. bis 19. ziemlich feines Wetter. - 20. bis 28. vermischtes Wetter, - 29. bis zum Ende fällt starker Regen ein.

  Sprüche zum Monat September

Wie Sankt Aegidius (1.9.) das Wetter hält,

so soll es den ganzen Monat bleiben.

 

Donnert's im September noch,

wird der Schnee um Weihnacht hoch.

 

Zu Mariä Geburt (8.9.)

ziehen die Schwalben fort.

 

Ist Gorgon (9.) schön,

bleibt´s noch sechs Wochen schön.
 
Wenn´s an Portus (11.) nicht näßt,
ein dürrer Herbst sich sehen läßt.
 
An Maria Namen (12.)
Sagt der Sommer Amen.

 

Wenn im September viel Spinnen kriechen,

sie einen harten Winter riechen.

 

Tritt Matthies (21.9.) stürmisch ein,

wird’s bis Ostern Winter sein.

 

Regnet’s am Michaelistag (29.9.),

folgt ein strenger Winter nach.

 

Bleibt´s an St. Michael Trocken,

dann braucht´s im Winter dicke Socken.

verworfene Tage September 21. bis  28.

     Was sind verworfene Tage?

Die verworfenen oder Schwendtage stammen aus der Römerzeit und gelten bis heute als äußerst ungünstig für alle Arten von Unternehmungen. An solchen Tagen sollte man weder auf Reisen gehen noch etwas Neues beginnen ( bis heute spricht man davon eine "Idee zu verwerfen"! ), völlig gleichgültig, ob es sich dabei um eine Arbeit auf dem Hof, im Haus oder auf dem Feld handelt. Es wurde sogar von Arztbesuchen, wenn nicht unbedingt erforderlich, abgeraten. Einen Aderlass beim Dorfbader an einem Schwendtag durchführen zu lassen, kam fast, auch wenn diese Unglückstage heidnischen Ursprungs sind, einer Gotteslästerung gleich.
Ihren unglückseligen Namen verdanken die verworfenen Tage einem traurigen Ereignis im bäuerlichen Viehstall:
Unter Verwerfen verstand man nämlich damals wie heute das vorzeitige Ausstoßen der nicht lebensfähigen Leibesfrucht bei Haustieren, sprich: eine Fehlgeburt bei Kuh, Schaf oder Schwein. Diese wurde meist ausgelöst durch Infektionen, Seuchen oder Vergiftungen und war oft Ausgangspunkt für große Verluste unter dem Viehbestand. Ein Umstand, der für den Bauern existenzbedrohend sein konnte. Kein Wunder also, dass selbst die alten Römer, die die verworfenen Tage "dies atri" nannten, hier lieber keinen Finger rührten.