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Juli 2019

Der 100-jährige Kalender

In den Jahren 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer tagtäglich das Wetter. Keine astronomische, klimatische oder atmosphärische Erscheinung entging ihm. Irgendwann erkannte der Abt, dass er sein Wissen vielen Menschen zugänglich machen musste.

Knauer nannte seine Schrift "Galendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum". Er glaubte, dass sieben Beobachtungsjahre für eine dauerhafte Wettervorhersage ausreichten, da sich nach seinen astrometeorologischen Ansichten die Witterungsabläufe entsprechend der "Planetenfolge"  Saturn (2000/01), Jupiter (2001/02), Mars (2002/03) , Sonne (2003/04) , Venus (2004/05), Merkur (2005/06), Mond (2006/07), wiederholten. Bei Mauritius Knauers Niederschrift beginnt ein Jahr am  21. März und endet am 20. März des folgenden Jahres. 

Natürlich ist das Wetter nicht so leicht vorher zu sagen!

Macht man sich die kleine aber unterhaltsame Mühe den tatsächlichen Wetterverlauf mit der "immergültigen" Vorhersage des 100-jährigen Kalenders zu vergleichen, wird  man schnell den recht geringen Wahrheitsgehalt der Schrift erkennen.  

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für das Jahr 2019  

 
Das Jahr insgesamt ist im Ganzen gesehen mehr trocken als feucht, auch mehr kalt als warm und selten recht fruchtbar.
  
Der Frühling
Schon das Märzende ist warm, die Wiesen fangen an zu grünen. Der April, anfangs bis gegen den 24. mal trocken und ungeschlacht, wird danach noch schön lieblich und warm. Der Mai, der anfangs etliche rauhe Tage hat, bekommt dann auch schöne und warme Zeit. Aber im Ganzen ist der Frühling rauh und mild, so dass der Wein und der Winterbau in grober Gefahr steht und in der Blüte leicht erfrieren kann. Auch die Gartenfrüchte haben kein leichtes Fortkommen.
 
Der Sommer
Im Sommer hat es ziemlich viel Regen, doch die Erde wird davon nicht erquickt werden. Zwischen dem Regenwetter gibt es immer mal schöne Tage, so dass Heu und Getreide wohl hereingebracht werden kann, doch muss man sich eilen und keinen schönen Tag versäumen
 
Der Herbst
Bis zur ersten Hälfte des Oktobers gibt es viel Regen und frühen Reif und Frost. Erst dann fällt endlich das schöne Wetter ein, und sollte dies währen bis zum Anfang des Advent, wenn Sich auch bisweilen kleinere Reglein einmischen, so braucht man sich mit der Weinlese und mit der Herbstsaat nicht sonderlich beeilen
 
Der Winter
Nach dem schönen und langen Herbst kommt dann der Schnee und wintert es schon ein wenig ein. Zuerst schneit es auf den nassen Straßen, doch gefriert es dann zu - mit großer Kälte und mit Schnee, was das anhält bis in den Februar.
 

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für den Juli 2019

1. bis 3. große Hitze. - 4. und 5. grober Donner und Regen. - 6. und 7. Heuwetter. - 8. bis 12. Regen. -. 13. ein einziger schöner Tag. – 14. bis 20. Regenwetter. - 21. bis 2E. am Tag schön, nachts aber kühl und Reif. - 27. und 28. Donner und Regen. 29. bis zum Ende sehr warm.

 Sprüche zum Monat Juli 

Im Juli will der Bauer lieber schwitzen
als hinter dem Ofen sitzen.
 
Fängt Juli mit Tröpfeln an,
wird mann lange Regen han.
 
Macht der Juli uns heiß,
bringt der Winter viel Eis.
 
Wenn´s im Juli nicht donnert und blitzt,
wenn im Juni der Schnitter nicht schwitzt,
der Juli dem Bauern nichts nützt.
 
Ist´s im Juli recht helle und warm,
frierts um Weihnachten reich und arm.
 
Wie´s die sieben Brüder (10.) treiben,
soll es sieben Wochen bleiben.
 
Ist Aposteleilung (15.) schön,
so kann das Wetter der sieben Brüder gehn.
 
Wenn es an Margret (20.)  regnet,
regnet es noch vierzehn Tage.
 
Wenn Jakobi (25.) klar und rein,
wird das Christfest frostig sein.
 
Ist St. Anna (26.7.) erst vorbei,
kommt der Morgen kühl herbei.
 
Hundstage (23. Juli bis 23. August) heiß-
Winter lang weiß.
 
Wie es Sieben Brüder (27.7.) treiben,
so soll es sieben Wochen bleiben.
 
Der Hundsstern aufgeht mit trüben Glanz,
bringt allzeit gern Pestilanz.
Zeigt er sich aber hell und klar,
so ist Hoffnung auf ein gutes Jahr.
 

verworfene Tage Juli 19., 22. und 28.

 
     Was sind verworfene Tage?

Die verworfenen oder Schwendtage stammen aus der Römerzeit und gelten bis heute als äußerst ungünstig für alle Arten von Unternehmungen. An solchen Tagen sollte man weder auf Reisen gehen noch etwas Neues beginnen ( bis heute spricht man davon eine "Idee zu verwerfen"! ), völlig gleichgültig, ob es sich dabei um eine Arbeit auf dem Hof, im Haus oder auf dem Feld handelt. Es wurde sogar von Arztbesuchen, wenn nicht unbedingt erforderlich, abgeraten. Einen Aderlass beim Dorfbader an einem Schwendtag durchführen zu lassen, kam fast, auch wenn diese Unglückstage heidnischen Ursprungs sind, einer Gotteslästerung gleich.
Ihren unglückseligen Namen verdanken die verworfenen Tage einem traurigen Ereignis im bäuerlichen Viehstall:
Unter Verwerfen verstand man nämlich damals wie heute das vorzeitige Ausstoßen der nicht lebensfähigen Leibesfrucht bei Haustieren, sprich: eine Fehlgeburt bei Kuh, Schaf oder Schwein. Diese wurde meist ausgelöst durch Infektionen, Seuchen oder Vergiftungen und war oft Ausgangspunkt für große Verluste unter dem Viehbestand. Ein Umstand, der für den Bauern existenzbedrohend sein konnte. Kein Wunder also, dass selbst die alten Römer, die die verworfenen Tage "dies atri" nannten, hier lieber keinen Finger rührten.