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Mai 2021

Der 100-jährige Kalender

In den Jahren 1652 bis 1658 beobachtete Mauritius Knauer tagtäglich das Wetter. Keine astronomische, klimatische oder atmosphärische Erscheinung entging ihm. Irgendwann erkannte der Abt, dass er sein Wissen vielen Menschen zugänglich machen musste.

Knauer nannte seine Schrift "Galendarjum Oeconomicum Practicum Perpetuum". Er glaubte, dass sieben Beobachtungsjahre für eine dauerhafte Wettervorhersage ausreichten, da sich nach seinen astrometeorologischen Ansichten die Witterungsabläufe entsprechend der "Planetenfolge"  Saturn (2000/01), Jupiter (2001/02), Mars (2002/03) , Sonne (2003/04) , Venus (2004/05), Merkur (2005/06), Mond (2006/07), wiederholten. Bei Mauritius Knauers Niederschrift beginnt ein Jahr am  21. März und endet am 20. März des folgenden Jahres. 

Natürlich ist das Wetter nicht so leicht vorher zu sagen!

Macht man sich die kleine aber unterhaltsame Mühe den tatsächlichen Wetterverlauf mit der "immergültigen" Vorhersage des 100-jährigen Kalenders zu vergleichen, wird  man schnell den recht geringen Wahrheitsgehalt der Schrift erkennen.  

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für das Jahr 2021  

Das Jahr insgesamt: Es wird sich einkaltes und feuchtes Jahr zeigen. Sonderlich der August und der Herbst sind regnerisch.

Der Frühling: Nach kaltem Winter und schneereichem Februar folgt eine linde Zeit mit schönen warmen Tagen. Dann wieder kalte Wochen bis fast Ende Mai. Gras und Blumen kommen spät.

Der Sommer ist verhältnismäßig kalt und im August stetiges Regenwetter und dadurch wenig fruchtbar. Der Heumond bringt schöne Tage, so dass bei Einbringen der Frucht jeder schöne Tag zu nutzen ist.

Der Herbst: Nach feuchtem und kaltem Anfang gefriert es zeitig, doch folgt später wieder Regenwetter. Ab Mitte Oktober große Kälte, dagegen im November ziemlich warm und gut.

Der Winter: Anfangs Regen, dann kalt ab Dezember und viel Schnee. Das kalte und schneereiche Wetter hält an, so dass gut für Futter vorgesorgt werden muss.

 

Vorhersage nach 100-jährigem Kalender für den Mai 2021

1. Gewitter. - 2. früh kalt, sonst schön. - 3. Gewitter. - 4. unstet und kühl. - 5. Nachtfrost und Reif, hell und kühl. - 6. bis 25. schön und kühl, tagsüber warm und sehr trocken. - 26. rau. - 27. bis 29. trüb und Regen. - 30. schädlicher Nachtfrost mit Reif. - 31. windig, gegen Abend Regen.

 Sprüche zum Monat Mai

Wenn´s Wetter gut am ersten Mai,
gibt es viel und gutes Heu.
 
Regnets am ersten Maientag,
viel Früchte man erwarten mag.
 
Wie´s Wetter am Kreuzauffindungstag (3.),
bis Himmelfahrt es bleiben mag.
 
Der Florian, der Florian (4.),
noch einen Schneemann setzen kann.
 
Johannisnacht (6.) gesteckte Zwiebel,
wird groß fast wie ein Butterkübel.
 
Pankraz und Servaz (13.) sind böse Brüder:
Was der Frühling gemacht,
zerstören sie wieder.
 
Bringt St. Petersnacht (19.) kein Frost,
kann man aufatmen getrost.
 
Viel Gewitter im Mai
schreit der Bauer "Juchei".
 
Maimond kalt und windig,
macht die Scheuer voll und pfündig"
 
Ist der Mai recht heiß und trocken,
kriegt der Bauer kleine Brocken.
Ist er aber feucht und kühl,
gibt es Frücht` und Futter viel.

verworfene Tage Mai: 3., 10., 22. und 25.

     Was sind verworfene Tage?

Die verworfenen oder Schwendtage stammen aus der Römerzeit und gelten bis heute als äußerst ungünstig für alle Arten von Unternehmungen. An solchen Tagen sollte man weder auf Reisen gehen noch etwas Neues beginnen ( bis heute spricht man davon eine "Idee zu verwerfen"! ), völlig gleichgültig, ob es sich dabei um eine Arbeit auf dem Hof, im Haus oder auf dem Feld handelt. Es wurde sogar von Arztbesuchen, wenn nicht unbedingt erforderlich, abgeraten. Einen Aderlass beim Dorfbader an einem Schwendtag durchführen zu lassen, kam fast, auch wenn diese Unglückstage heidnischen Ursprungs sind, einer Gotteslästerung gleich.
Ihren unglückseligen Namen verdanken die verworfenen Tage einem traurigen Ereignis im bäuerlichen Viehstall:
Unter Verwerfen verstand man nämlich damals wie heute das vorzeitige Ausstoßen der nicht lebensfähigen Leibesfrucht bei Haustieren, sprich: eine Fehlgeburt bei Kuh, Schaf oder Schwein. Diese wurde meist ausgelöst durch Infektionen, Seuchen oder Vergiftungen und war oft Ausgangspunkt für große Verluste unter dem Viehbestand. Ein Umstand, der für den Bauern existenzbedrohend sein konnte. Kein Wunder also, dass selbst die alten Römer, die die verworfenen Tage "dies atri" nannten, hier lieber keinen Finger rührten.